30 November 2007

Alle Jahre wieder ...

... kommt nicht bloß das Christkindlein, sondern auch der Welt-AIDS-Tag. Und pünktlich wie jedes Jahr vor dem 1. Dezember erfährt die Welt aufrüttelnde Neuigkeiten: seit 1983 ist die Zahl der HIV-Infizierten schon wieder größer geworden und auch die Zahl der an AIDS erkrankten bzw. gestorbenen ist gestiegen. Was nicht dazugesagt wird: auch die Zahl der seit dem 16. Jahrhundert an Syphilis erkrankten bzw. gestorbenen Personen hat sich wieder einmal erhöht ... Noch immer will man uns für blöd verkaufen, obwohl der alte Trick, die HIV/AIDS-Zahlen durch kumulierte Wiedergabe dramatisch aufzupeppen, schon ein alter Hut ist. Aber die alten Tricks, wenn sie von den Medien unkritisch nachgeplappert werden, funktionieren halt immer noch. Dank Internet heutzutage glücklicherweise weniger gut, aber immer noch zu gut.

Und pünktlich zum Welt-AIDS-Tag werden wir wieder mit der erschütternden Meldung konfrontiert, daß HIV im heterosexuellen Bereich auf dem Vormarsch ist. Ei, wie denn das? Wer auch nur die elementarsten Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung beherrscht und logisch nachzudenken nicht verlernt hat, dem werden ein paar Dinge aufstoßen, die ganz offenbar gegen die allseits verbreiteten Theorien sprechen.

1.) Statistisch nachweisbares Faktum ist, daß HIV in Westeuropa und Nordamerika zum weitaus überwiegenden Teil in den klassischen Risikogruppen (also: männliche Homosexuelle, Drogenfixer und Migranten aus sogen. “Hochrisikoländern”) auftritt. Eine nennenswerte Durchseuchung der Durchschnittsbevölkerung ist nicht eingetreten, wie aus den seit Jahren konstant niedrigen Neuinfektionen ebenso eindeutig nachweisbar ist.

2.) Sämtliche Statistiken zeigen, daß Frauen in Europa/Nordamerika bei den Neuinfektionen die eindeutige Minderheit darstellen.

3.) Sämtliche Studien zeigen umgekehrt jedoch, daß die Infektion einer Frau durch ungeschützten rezeptiven Vaginalverkehr um ein Vielfaches (!) höher ist als die Gefahr einer Infektion eines Mannes durch ungeschützten insertiven Vaginalverkehr. Daraus kann nach den Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung und in logischer Schlußfolgerung wohl nur geschlossen werden, daß der Übertragungsweg durch rezeptiven Vaginalverkehr epidemologisch gesehen nicht sehr bedeutsam ist, da sonst die sub 2.) angeführte deutlich geringere Zahl von Frauen unter den Neuinfektionen nicht erklärlich wäre.

4.) Ebensowenig ist bei einer Minderheit von infizierten Frauen eine Mehrheit von infizierten Männern erklärlich, wenn deren Risiko bei insertivem Verkehr deutlich geringer ist, als das der rezeptiven Frauen.

Die zur Erklärung von AIDS etablierte Virenhypothese läßt außerdem noch die Frage offen, warum ein Virus sich in Europa und Nordamerika eklatant anders verhält, als in Afrika und der Karibik, denn nur dort kommen nennenswerte Infektionen in der weiblichen Bevölkerung vor.

Diese Fragen aus der Bemühen heraus, Homosexuelle von der psychischen Last einer sie offenkundig in besonderer Weise betreffenden tödlichen Erkrankung zu “befreien”, aber durch gezielte Desinformations-Kampagnen zu “beantworten”, in welchen man sämtlichen Nicht-Homosexuellen suggeriert, sie wären (fast) gleichermaßen von dieser Gefahr bedroht, halte ich schlichtweg für eine Form unverantwortlichen Psychoterrors — insbesondere, wenn dieser nicht gegenüber mündigen Erwachsenen, sondern in Form schulischer Sexualerziehung gegenüber uninformierten und daher unkritisch beeinflußbaren Kindern und Jugendlichen ausgeübt wird!

Diese Desinformation (die von allen Epidemologen hinter vorgehaltener Hand und — z.B. gut verborgen in den Zahlenfriedhöfen der HIV-Statistik des RKI — auch durchaus in Publikationen eindeutig zugegeben wird) ist meines Erachtens nicht weniger verwerflich, als die seinerzeitige Panikmache hinsichtlich der “Lustseuche Selbstbefriedigung”, die Schulkindern vor 100 Jahren suggerierte, sie würden durch Selbstbefriedigung nervlich zerrüttet und an Rückenmarkserweichung zugrunde gehen.

Ob Prof. Duesberg mit seiner Ansicht, AIDS sei eine durch Drogenkonsum (Westen) oder Mangelernährung (Afrika) zu erklärende Immunschwäche, die mit dem HIV-Virus nichts zu tun hätte, nun recht hat oder nicht, das möge die “Scientific Community” entscheiden, sobald die oben skizzierten offenen Fragen halbwegs schlüssig beantwortet werden können. Fakt ist aber, daß HIV/Aids in der öffentlichen Wahrnehmung durch teure Kampagnen, die in Zeiten von Budgetkürzungen bei anderen, dringlicheren Gesundheitsproblemen zu unverantwortbaren Mittelkürzungen führen müssen, ganz überproportional als Gefahr herausgestellt wird und daran Folgerungen geknüpft werden, die sich aus den statischen Daten einfach nicht ableiten lassen, jedoch die Freiheit der Menschen auf sexuellem Gebiet druch informelle Mechanismen nachhaltig einschränken.
Das alles mag zwar aus Sicht derer, die von HIV/Aids tatsächlich betroffen sind, noch irgendwie vertretbar sein, rechtfertigt jedoch nicht, zugunsten dieser vergleichsweise geringen Risikogruppen (die z.B. im Falle der Fixer an ihrem Risiko sogar selbst unmittelbar Schuld tragen!) andere Bereiche des Gesundheitswesens (Krebsforschung, Multiple Sklerose, Hepatitis) zu vernachlässigen, wenn dort weit mehr Menschen von Erkrankungen betroffen sind.

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